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Presseberichte - 2011
Geschrieben von: Paul Bilk   
Dienstag, den 25. Januar 2011 um 00:00 Uhr

VON SEBASTIAN MEURER - zuletzt aktualisiert: 25.01.2011

Franz Wagenbach berichtete von seinen Reisen und dem Verhältnis zum ehemaligen ARD-Anchorman Ulrich Wickert. ngz-Foto: H. Jazyk Rommerskirchen (NGZ)26 Jahre hat Franz Wagenbach aus Butzheim als Kameramann für die ARD im Ausland verbracht. In seiner alten Schule berichtete er jetzt über seine Arbeit – die er eine zeitlang gemeinsam mit Ulrich Wickert anging.

Ungeachtet langer Jahre als Tagesthemen-Moderator – die für viele vielleicht am nachhaltigsten im Gedächtnis gebliebene Szene mit Ulrich Wickert spielt in den 80er Jahren: Zügig den Place de la Concorde überquerend, ohne dem dichten Verkehr nur die geringste Beachtung zu schenken, präsentierte sich der damalige Frankreich-Korrespondent der ARD dem Publikum: "Er hat einiges riskiert", erinnert sich Franz Wagenbach, der live mit dabei war. Der gebürtige Butzheimer nämlich stand damals in Paris hinter der Kamera. In der Begegnungsstätte Alte Schule berichtete Wagenbach jetzt auf Einladung der St.-Sebastianus-Bruderschaft vor 60 Gästen aus seinem Leben als Kameramann. Zwei Stunden reichten weder ihm noch dem Publikum und so war noch eine Verlängerung fällig.

 

Begonnen hat das Fernweh von Franz Wagenbach womöglich damit, dass er in den 50er Jahren Sanella-Bildchen sammelte: In jeder Margarine-Packung waren damals Bilder von allen fünf Kontinenten zu finden. 1963 kam Wagenbach zum WDR und war später Kamerassistent bei der Tagessschau. Seinem Vater, dem früheren Dorfschmied von Butzheim, habe all dies zunächst wenig gefallen, erinnert sich Franz Wagenbach. Neben dem Drang in die Ferne kam bei ihm "ein nie abreißendes Interesse an Menschen" hinzu. Seine jetzt präsentierten Filmausschnitte aus Kambodscha, Frankreich, Russland, Kenia und Zimbabwe belegen dies nachdrücklich. Ob er nun in Oimjakon war, dem mit 59 Grad minus kältestes Dorf der Welt, oder die menschenunwürdigen Zustände in einem Moskauer Untersuchungsgefängnis schilderte, stets stehen bei dem Kameramann die Menschen im Vordergrund. "Auch aufklärerischer Journalismus kann unterhaltsam sein", lautet sein Credo. Wenngleich er seit 2006 nicht mehr offiziell in Diensten des WDR steht, mag Wagenbach ohne seine Arbeit nicht leben. Er unterrichtet an der Kunsthochschule für Medien in Köln und drehte auch in den vergangenen Jahren manchen Dokumentarfilm. Keinen geringen Stellenwert hat bei ihm sein Berufsethos: "Fakes" lehnte Franz Wagenbach kategorisch ab – die Szene mit Ulrich Wickert etwa wurde nur zwei Mal und ohne Tricks gedreht.

Die Verbindung nach Butzheim, wo er seit 2001 nach 26 Jahren im Ausland mit seiner Familie lebt, ist für Franz Wagenbach auch in der Ferne nicht abgerissen: Weihnachten 1975 feierte er in der kenianischen Missionsstation von Schwester Reinhilda Schmitz, die nur zwei Häuser von den Wagenbachs entfernt auf der Wyckgasse gelebt hatte. Wagenbach: "Wir haben festgestellt, dass wir trotz eines Altersunterschieds von 40 Jahren in der Schule dieselben Lehrer hatten."

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 20. Oktober 2012 um 10:12 Uhr
 
 

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